CAVALLINO-TREPORTI
Die Gemeinde Cavallino-Treporti ist verwaltungsmäßig aufgrund ihrer Trennung von der Gemeinde Venedig seit 1. Januar 2001 eine unabhängige Gemeinde geworden. Sie erstreckt sich über einer Fläche von zirka 45 km2 und weist eine Bevölkerung von zirka 12.000 Einwohnern auf.
Ihr Gebiet besteht aus einer langen Halbinsel, die sich aus den Ablagerungen des Flusses Piave gebildet hat und sich zwischen dem Adriatischen Meer und der Lagune Venedigs entlang zieht, mit einem 15-km-langen, breiten, zum Meer hin leicht abfallenden Strand mit feinstem, goldfarbenen Sand.
Orographisch gesehen handelt es sich um ein dreifaches Landschaftsgebiet: Meereslandschaft auf der einen Seite, Lagunenlandschaft auf der gegenüberliegenden Seite und Landwirtschaftsgebiet in der Mitte.

Die Landschaft besteht aus Salzwiesen mit außergewöhnlichen und eindrucksvollen Farbeffekten und aus grünen Gemüsegärten.
Das Vorkommen von exklusiven Pflanzen, die sich für den hohen Salzgehalt eignen, und von charakteristischen Tierarten wie: Krustentiere, Mollusken, Tauchenten, Blässhühner, Rohrweihen, Seidenreiher, Fischreiher, Silbermöwen, Kormorane und andere, machen das Gebiet zu einer einzigartigen Landschaft von allgemeinem Interesse, die Erhaltungsmaßnahmen unterzogen wird, wie jener des WWF, durch den das Naturschutzgebiet VALLE AVERTO eingerichtet wurde.
Vom touristischen Standpunkt aus gesehen kann das Gebiet, das gerade nur 10% der gesamten Gemeinde Venedig ausmacht, auf ein Touristenaufkommen von über 52% verweisen.
Der Küstenstreifen Cavallino stellt nämlich nur wenige Minuten von Venedig entfernt eine einmalige Gelegenheit für einen
Urlaub an der freien Natur dar, in einem unter vielen Aspekten noch unberührten Gebiet zwischen Meer und Lagune, das sowohl landschaftlich gesehen als auch hinsichtlich der touristischen Einrichtungen zweifellos interessant ist.
Das Gebiet ist ein wesentlicher Teil und die logische Fortsetzung der venezianischen Altstadt.
SO ERREICHT MAN CAVALLINO-TREPORTI
Von Venedig: Vom Anlegesteg S. Maria della Pietà, beim Markusplatz, fährt das Linienschiff Litorale Nord ab. In zirka 40 Minuten gelangt man nach Punta Sabbioni, von wo aus man die anderen Ortschaften des Küstenstreifens mit einer Busverbindung erreichen kann.
Von Mestre: Vom Bahnhof fährt ein Bus nach Jesolo mit einer Fahrdauer von zirka 35 Minuten, bis zum Drago-Platz, wo ein Bus weiterfährt, der in zirka 20 Minuten Cavallino-Treporti erreicht.
Mit dem Auto: In Jesolo nimmt man die Landstraße (S.P. 42). Nach der Brücke über den Fluss Sile erreicht man Cavallino-Treporti.
WIRTSCHAFT
Die Wirtschaft basiert auf Fremdenverkehr, Landwirtschaft und Handwerk.
Der Sandboden und das Klima begünstigen den Anbau von geschätzten und hochwertigen Gemüsesorten, die mit Hilfe von traditionellen und gleichzeitig modernen Techniken und mit höchster Rücksicht auf die Umwelt und die Gesundheit des Konsumenten erzeugt werden, wie das Gütezeichen "EcoCavallino" zur Kennzeichnung der Produkte bestätigt. In den zahlreichen Fischfarmen werden mit denselben Techniken, die zur Dogenzeit angewandt wurden, verschiedene hochwertige Weißfischarten gezüchtet: Goldbrassen, Seebärsche, Meeräschen u.s.w., die den Fischmarkt Venedigs versorgen. Die Entstehung und die beachtliche Entwicklung des Fremdenverkehrs ist eine neue Gegebenheit, jedoch von so großer Bedeutung, dass der Küstenstreifen zum größten und angesehensten Campingplatzzentrum Europas avanciert ist.
Das Datum, das die jüngste Geschichte des Küstenstreifens entscheidend mitbestimmt, wird in der Eröffnung des ersten Campingplatzes im Jahr 1955 gesehen und kennzeichnet seine neue Bestimmung zum Feriengebiet, auch wenn daran erinnert werden muss, dass bereits der lateinische Dichter Strabone diese Strandbereiche für ihre Ähnlichkeit mit den „Ville di Baja” lobte, dem begehrtesten Badeort der römischen Antike.
DIE GESCHICHTE VON CAVALLINO-TREPORTI
Es gibt zahlreiche Zeugnisse des römischen Zeitalters, insbesondere in Lio Piccolo, im Kanal Riga', wo eine große Villa aus dem 1. Jahrhundert nach Christus mit wunderschönen Fresken und Mosaikböden gefunden wurde.
Der gesamte Küstenstreifen hängt von der ständigen Entwicklung der hydrogeologischen Struktur ab.
Nach dem Untergang des Römischen Reichs dienten die Laguneninseln als Zufluchtsort für die Völker aus Altino und anderen Städten auf ihrer Flucht vor den Barbareninvasionen.
In den darauf folgenden Jahrhunderten herrschten Zeiten des Niedergangs, der Armut und der Malaria.
Die Inseln Mesole, Saccagnana und Treporti entstanden mit Beginn des Jahres 1200, während sich in Cavallino ein beeindruckender Strand herausbildete, der bis nach Punta Sabbioni, vor Lido di Venezia, reicht.
Mit der Aushebung des Kanals Cavallino (heutiger Kanal Casson), der 1632 für die Schifffahrt eröffnet wurde, wurde ein neuer Wasserweg zwischen der Lagune und dem Fluss Piave geschaffen, wodurch das Gebiet gesünder und heilsamer wurde.
Orte wie Ca’ Savio, derzeitiger Verwaltungssitz, und Punta Sabbioni haben jüngste Ursprünge.
HISTORISCHE GEBÄUDE
Sehenswerte Bauten:
Das Gebäude des XV. Jahrhunderts auf der Insel Mesole, oder das „Kloster“ mit den runden Kaminen “alla vallesana”.
Das Herrenhaus von Saccagnana aus dem 16. Jahrhundert, in der Mitte des großen viereckigen Hofs (“Prà”), mit seinen ländlichen Gebäuden und der kleinen Kirche.
Die Kirchen SS. Trinità in Treporti, aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.
Die Kirchen Santa Maria Elisabetta in Cavallino und Lio Piccolo, die aus dem 18. Jahrhundert stammen.
Außerdem wird auf die Militärbauten verwiesen: Batterien und Forts, darunter das Forte Vecchio, das zwischen 1845 und 1851 an der Strandpromenade San Felice, in Punta Sabbioni, von den Österreichern erbaut wurde; weiters die Beobachtungstürme, jene hohe und schmale Bauten, von denen man viele auf dem Küstenstreifen sieht. Auf ihrer Spitze wurde ein Entfernungsmesser angebracht, um rasch die Entfernungen zu messen und so das feindliche Ziel zu bestimmen, das dann den vier starken Küstenbatterien gemeldet wurde, die auf dem Küstenstreifen zugegen waren (Amalfi, Pisani, San Marco und Radaelli). Ein System von Befestigungsbauten, die die wichtige strategische Position von Cavallino-Treporti während der Weltkriege zum Schutz von Venedig vor jeder Bedrohung hervorheben.
BESONDERS SCHÖNE NATURGEBIETE
Die Salzwiesen entlang des Kanals Pordelio, die sich als ideales Ausflugsziel für eine bezaubernde Fahrradtour eignen.
Der Fahrradweg von der Piazza S. Maria Elisabetta bis zu den Stadttoren von Cavallino, am Ufer des Kanals Casson entlang, von wo aus man einen Großteil des Valle del Cavallino bewundern kann.
Die herrliche Strandpromenade Dante Alighieri in Punta Sabbioni, die den Hafen von Venedig dominiert, wo man in der Ferne die Türme und die grüne Insel Sant’Erasmo erkennen kann.
Einen herrlichen Anblick bietet auch die Landschaft der Salzwiesen und Fischfarmen, die man von der Straße aus erblicken kann, welche von Saccagnana nach Lio Piccolo führt, von wo man in der Ferne die bunte Insel Burano mit ihrem schiefen Kirchturm bewundern kann, und Torcello mit dem großen, viereckigen Glockenturm, der die gesamte nördliche Lagune überragt.
Das Biophänologische Gebiet von Cavallino, in der Nähe der Sile-Brücke, wo noch wichtige Baumbestände vorhanden sind, die von einer alten Naturgeschichte zeugen.